von Adveniat

„Chancen geben – Jugend will Verantwortung“

Adveniat eröffnet bundesweite Weihnachtsaktion der katholischen Kirche in Wiesbaden

Unter dem Motto „Chancen geben – Jugend will Verantwortung“ hat das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat die bundesweite Advents- und Weihnachtsaktion der katholischen Kirche in Wiesbaden eröffnet. „Mit diesem Gottesdienst und vielen Veranstaltungen im Bistum Limburg beginnen wir die Aktion unseres Lateinamerika-Hilfswerkes, das – wenige Wochen vor dem Weltjugendtag in Panama – die Lebenssituation der jungen Menschen in Lateinamerika und der Karibik in den Blick nimmt“, sagte Adveniat-Bischof Franz-Josef Overbeck zu Beginn des feierlichen Gottesdienstes in der Jugendkirche KANA. „Denn Jugend will, in Lateinamerika wie hier in Europa, Verantwortung übernehmen.“ Gemeinsam mit Limburgs BischofGeorg Bätzing feierten Bischof Overbeck, Kardinal Gregorio Rosa Chávez aus El Salvador, Adveniat-Hauptgeschäftsführer Pater Michael Heinz und der Bundespräses des Kolpingwerkes Deutschland, Pfarrer Josef Holtkotte, den Gottesdienst mit vielen weiteren Gästen aus Lateinamerika und Deutschland – und vor allem mit den jungen Frauen und Männern aus der Jugendkirche KANA.

„Noch nie war die Welt so bedroht, so gefährlich und gewaltvoll wie heute. Armut und soziale Ungerechtigkeit treiben junge Menschen auf Abwege“, sagte Bischof Bätzing in der Predigt. „Aber die Gewalt löst keine Probleme. Sie verschärft nur die Ungerechtigkeit.“ Junge Menschen wünschten sich, dass sie wachsen können, sich entfalten dürfen, die Ideale nicht verlieren, die in ihnen brennen. „Und immer, wenn ich das höre, dann spüre ich: der Idealismus dieser jungen Leute, das ist die Realität einer Welt, wie Gott sie vor Augen hat“, sagte der Bischof von Limburg. „Eine echte Chance bekommen, heißt gute Bildung, verlässliche Beziehungen und Freundschaften, gesundes Leben, sauberes Wasser, saubere Luft, Arbeit und Auskommen.“

Einer dieser jungen Leute ist Jeroncio Manuel Osorio Camposaus Panama. „Aus dem Glauben an Gott erwächst auch unser Vertrauen, dass wir etwas erreichen können“, sagte Jeroncio, der dem indigenen Volk der Kuna angehört, das auf dem Festland vorgelagerte Koralleninseln in der Karibik bewohnt. „Wir leben von der Natur.“ Doch diese sei durch den steigenden Meeresspiegel und die Umweltverschmutzung bedroht. 70.000 der 100.000 Kuna wohnen inzwischen in der Stadt, die meisten in Armut an den Rändern. „Dort ist es sehr schwierig, unsere eigene Kultur zu leben“, sagte Jeroncio und betonte: „Ich möchte Verantwortung für unser Volk übernehmen, damit wir unsere Traditionen, unser Wissen und unser Leben mit der Natur bewahren können.“ Damit junge Menschen wie Jeroncio die Chance auf ein würdevolles Leben haben, fördert Adveniat Bildungsprojekte für indigene Jugendliche und damit Initiativen zum Schutz der Umwelt.

In El Salvador setzt sich Adveniat mit seinen Partnern dafür ein, dass junge Menschen in Frieden leben können, denn dort ist die Gewalt alltäglich und allgegenwärtig: Das kleinste Land Zentralamerikas hat mit 108 Morden auf 100.000 Einwohner pro Jahr eine der höchsten Mordraten außerhalb von Kriegsgebieten. Vor allem Jugendliche werden Opfer dieser Gewalt, werden bereits als Kinder von Kriminellen als Handlanger missbraucht. „Friede ist auch 26 Jahre nach Ende des Bürgerkriegs nicht in Sicht, weil nach wie vor große soziale Ungerechtigkeit herrscht“, sagte Kardinal Rosa Chávez beim Eröffnungsgottesdienst in Wiesbaden. Zu viele Jugendliche würden aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe oder fehlender Bildung diskriminiert. „Als Kirche müssen wir helfen, Jugendlichen die Chance auf ein würdevolles, selbstbestimmtes Leben zu geben.“ Vorgemacht habe das der Heilige Óscar Romero. „Adveniat, das Lateinamerika-Hilfswerk, ist uns in dieser Arbeit mit den Jugendlichen seit vielen Jahren ein verlässlicher Partner“, sagte Kardinal Rosa Chávez. „Schon heute danke ich Ihnen, stellvertretend für die vielen Tausend Adveniat-Projektpartner in Lateinamerika, für Ihre großherzige Weihnachtsgabe in der Kollekte in den Gottesdiensten an Heiligabend und am ersten Weihnachtstag.“

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